Hautpilz

01. Oktober 2006

 

Mikroskopisch kleine Pilzformen als Quelle von Infektionen sind der Medizin seit langem bekannt. Pilze rufen nur selten schwere oder lebensbedrohende Erkrankungen hervor ...

Hautpilz

Mikroskopisch kleine Pilzformen als Quelle von Infektionen sind der Medizin seit langem bekannt. Pilze rufen nur selten schwere oder lebensbedrohende Erkrankungen hervor. Pilzerkrankungen sind aber keine Bagatelle. Jede Infektion bedeutet eine Störung der normalen biologischen Abläufe im Körper. Die meisten Pilzinfektionen betreffen die Haut, Haare und Nägel; sie sind also relativ leicht zu erkennen.

Pilze sind eine der vielfältigsten Lebensformen auf unserem Planeten: Die bekannten großen Speisepilze gehören ebenso dazu wie Bier- oder Backhefe und Edelschimmel in bestimmten Käsesorten. Da Pilze fast jede Nahrung verwerten können, kommen sie praktisch überall vor - ein ausreichendes Maß an Wärme und Feuchtigkeit reicht ihnen zum überleben. Ebenso wie Bakterien erfüllen alle Pilzformen in der Natur wichtige ökologische Aufgaben.

Als "Allesfresser" haben sie zum Beispiel die Fähigkeit, abgestorbene Pflanzen oder Tierkadaver zu vertilgen und sie in Wasser, Mineralien und Humus umzuwandeln. Deshalb wäre das Leben auf der Erde ohne Pilze undenkbar. Doch sobald bestimmte Pilze an die falsche Stelle geraten, können sie für den Menschen gesundheitsschädlich oder sogar gefährlich werden. Das gilt für Giftpilze ebenso wie für die mikroskopisch kleinen Vertreter. Letztere können als Schmarotzer in Haut oder Körper eindringen, ernähren sich dort von den Zellen ihres "Gastgebers" und verursachen auf diese Weise die verschiedensten Krankheiten.

Auch gegen das körpereigene Immunsystem sind die meisten von ihnen enorm widerstandsfähig. Wenn eine Infektion einmal stattgefunden hat, kann deshalb meist nur eine gezielte Behandlung mit entsprechenden Medikamenten helfen.

Symptome

Begünstigende Faktoren für Pilzinfektionen sind dauernde Feuchtigkeit, fehlende Luftzirkulation (z. B. durch das Tragen von engen Stiefeln, Verbänden oder Prothesen), größere Wundflächen, Durchblutungsmangel oder die Anwendung bestimmter Medikamente, darunter auch Antibiotika. Auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Gicht oder Eisenmangel können die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöhen. Die Beschwerden bestehen hauptsächlich in Rötung, Abschuppung, Schwellung und Juckreiz - ein oft quälendes Krankheitsbild, das sich durch Reiben oder Kratzen nur noch verschlimmert.

Drei verschiedene Pilzarten können für eine Dermatomykose (Hautpilz) verantwortlich sein:

Dermatophyten:

Diese Fadenpilze können den Menschen befallen und sind damit die häufigste Ursache von Haut- und Nagelpilzerkrankungen. Dabei ist die betroffene Hautpartie von einem regelrechten Pilzgeflecht durchzogen: die Dermatophyten wuchern unter der Oberfläche, ernähren sich von Hautzellen und zerstören damit die intakte Haut. Häufigste Krankheitsform ist der Fußpilz. Er tritt vor allem bei Neigung zu feuchten, kalten Füßen auf und macht sich durch Rötung, Schuppung und Blasenbildung bemerkbar. Sehr verbreitet sind auch Nagelpilzinfektionen.

Mehr als zwei Millionen Bundesbürger leiden darunter, über zwei Drittel an den Füßen. Hier stellt die Erkrankung nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sondern kann auch zu ernsthaften Gehbehinderungen führen. Typische Symptome: Gelbfärbung oder Verdickung der Nagelplatte. Sie beginnt bei einzelnen Nägeln - meist bei der großen Zehe - und weitet sich erst im Verlauf mehrerer Jahre auf alle Nägel aus - oft begleitet von auffallend trockener, schuppiger Haut am befallenen Fuß. Begünstigende Faktoren sind Druck durch zu enge Schuhe, starkes Schwitzen, dauernde Feuchtigkeit (zum Beispiel bei Schwimmsportlern), Durchblutungsstörungen oder altersbedingter Veränderungen der Nägel. Eine erbliche Anfälligkeit für Dermatophyten ist noch nicht zweifelsfrei geklärt.

Hefen oder Sprosspilze:

Die meisten Infektionen dieser häufigsten Krankheitserreger gehen auf das Konto der Unterart "Candida albicans". Befallen werden bevorzugt die Schleimhäute, seltener Haut und Nägel. Candida und verwandte Arten führen vorwiegend zu Infektionen im Genitalbereich: bei Frauen besonders an den Schamlippen und angrenzenden Bereichen, bei Männern an Eichel und Vorhaut. Typisches Anzeichen ist ein weißlicher, leicht weg wischbarer Belag auf der geröteten, manchmal auch wunden Schleimhaut.

Schimmelpilze:

Aggressive Schimmelpilzarten, die gefährlichsten Vertreter ihrer Gattung, nisten sich meist in der Lunge ein. Die Infektion erfolgt über das Einatmen der umher fliegenden Sporen. Eine solche Erkrankung kann unter Umständen tödlich enden. Es gibt aber auch harmlosere Hautpilzerkrankungen, die von Schimmelpilzen verursacht werden - besonders zwischen den Zehen und Fingern, in Hautfalten und an den Zehennägeln.

Vorbeugung

Hautpilzinfektionen, besonders zwischen Zehen, Fingern oder Hautfalten und den Zehennägeln, sind häufig mit Juckreiz verbunden. Die Behandlung kann auch bei Verwendern von gut wirksamen Arzneimitteln langwierig sein und erfordert ein konstantes Hygieneprogramm. Diese Maßnahmen sind zugleich sehr gute, vorbeugende Maßnahmen, um sicher vor einer Infektion mit Pilzen zu schützen.

Die wichtigsten Regeln:

Jede unnötige Druckbelastung vermeiden: möglichst offene, bequem sitzende Lederschuhe tragen (keine Gummisohlen), dazu poröse Baumwollstrümpfe. Nach jedem Waschen und Baden die Füße gründlich abtrocknen, besonders die Zwischenräume der Zehen. Meiden Sie Sprühanlagen zur Fuß-Desinfektion in öffentlichen Schwimmbädern. Viele Sprühlösungen enthalten Formaldehyd und können zu Allergien führen. Auch Fußmatten und Holzroste in Schwimmbädern, Saunen usw. sind Brutstätten für Pilze.

Häufiges Wechseln der Wäsche wirkt dem Pilzbefall ebenfalls entgegen. Waschen Sie, wenn möglich, auf Koch-Temperatur, ansonsten sollte die Kleidung heiß gebügelt werden. In den letzten Waschgang sollte eine Wäsche-Desinfektionsmittel gegeben werden. Zusätzlich empfehlen sich gut wirksame und bewährte Arzneimittel. Wirkstoffe, die seit vielen Jahren zur Behandlung von Pilzerkrankungen eingesetzt werden, sind Clotrimazol, Terbinafin, Biconazol und weitere Substanzen.

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